Funk
Meteor-M: am Rechner
Der Weg von Hand: Ein Programm empfängt den Überflug, ein zweites macht daraus das Bild. Das geht unter Windows, Linux und macOS.
Was man braucht
Einen RTL-SDR-Stick und eine Antenne für 137 MHz. Beides steht auf der Seite Meteor-M: Ausrüstung. Dazu einen Rechner mit Windows, Linux oder macOS und die Programme von dieser Seite.
Die Programme
Zwei Programme führen vom Stick zum Bild. Unter Windows kommt ein drittes dazu, das einmalig den Treiber einrichtet. Alle sind freie Software und liegen hier zum Herunterladen, auch im Quelltext. SatDump kann auch allein empfangen, ohne SDR++; beschrieben ist hier der erprobte Weg mit beiden Programmen.
| Programm | Was es tut | Windows | Linux | macOS | Quelltext |
|---|---|---|---|---|---|
| SDR++ | bedient den Stick, empfängt das Signal und liest die Daten heraus | ZIP, 8 MB | je 2 MB: Debian 12, Debian 13, Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 | Apple-Chip, 4 MB, Intel, 7 MB | 4 MB |
| SatDump 1.2.2 | macht aus den Daten das Bild und entzerrt es | ZIP, 46 MB | je 35 MB: Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 | Apple-Chip, 49 MB, Intel, 53 MB | 34 MB |
| Zadig 2.9 | richtet den Treiber für den Stick ein | EXE, 5 MB | nicht nötig | nicht nötig | 0,3 MB |
Die Linux-Pakete sind für Rechner mit 64-Bit-Prozessor von Intel oder AMD. Für andere Systeme lassen sich beide Programme aus dem Quelltext bauen.
Die Programme stehen unter der GNU General Public License, Version 3, und sind unverändert übernommen. Ausgabe, Herkunft und Prüfsummen stehen jeweils in einer Begleitdatei: SDR++, SatDump, Zadig. Der Lizenztext liegt daneben.
Einmal einrichten
Unter Windows
- Treiber. Windows erkennt den Stick von sich aus nur als Fernsehempfänger. Deshalb den Stick einstecken und Zadig starten. Im Menü „Options“ den Punkt „List All Devices“ anhaken, in der Liste „Bulk-In, Interface (Interface 0)“ wählen, als Treiber „WinUSB“ einstellen und auf „Install Driver“ oder „Replace Driver“ klicken. Diesen Schritt gibt es nur unter Windows.
- SDR++. Die ZIP-Datei entpacken und „sdrpp.exe“ starten.
- SatDump. Die ZIP-Datei entpacken. Eine Installation ist nicht nötig, gestartet wird „satdump-ui.exe“.
Unter Linux
Zadig entfällt. Stattdessen braucht das System die Bibliothek für den Stick:
sudo apt install rtl-sdr
Danach den Stick neu einstecken. Findet SDR++ ihn später nicht, hält meist der Fernseh-Treiber des Systems ihn besetzt. Dann diesen Treiber sperren und den Rechner neu starten:
echo "blacklist dvb_usb_rtl28xxu" | sudo tee /etc/modprobe.d/blacklist-rtl.conf
Die beiden Programme installiert man aus den heruntergeladenen Paketen, hier am Beispiel von Ubuntu 24.04:
sudo apt install ./sdrpp_ubuntu_noble_amd64.deb ./satdump_1.2.2_ubuntu_24.04_amd64.deb
Gestartet werden sie als „sdrpp“ und „satdump-ui“. Das Paket „sdrpp“ aus der Paketverwaltung des Systems sollte man nicht nehmen: Laut den Entwicklern ist es unvollständig.
Unter macOS
Zadig entfällt auch hier, einen Treiber braucht der Stick nicht. Es gibt je ein Paket für Rechner mit Apple-Chip (M1 und neuer) und für ältere mit Intel-Prozessor.
- SDR++. Die ZIP-Datei entpacken und „SDR++“ in den Ordner „Programme“ ziehen.
- SatDump. Die DMG-Datei öffnen und SatDump in den Ordner „Programme“ ziehen.
- Erster Start. macOS warnt, weil die Programme nicht bei Apple angemeldet sind. In den Systemeinstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ lässt sich der Start freigeben.
SDR++ einstellen
Ab hier ist alles auf allen drei Systemen gleich.
- Stick wählen. Links unter „Source“ den Eintrag „RTL-SDR“ wählen. „Direct Sampling“ muss auf „Disabled“ stehen, sonst arbeitet der Stick am Empfangsteil vorbei. Die automatische Verstärkung („RTL AGC“ und „Tuner AGC“) bleibt aus. Die Abtastrate darunter bleibt auf der Vorgabe, etwa 2,048 MHz; die kleinste Stufe von 250 kHz arbeitet beim RTL-SDR fehlerhaft.
- Probe mit dem Radio. Den Wiedergabe-Knopf drücken, einen UKW-Sender zwischen 87,5 und 108 MHz einstellen, unter „Radio“ die Betriebsart „WFM“ wählen und „Gain“ auf etwa zwei Drittel ziehen. Wenn Musik kommt, arbeiten Stick, Treiber und Programm zusammen.
- Meteor-Modul. Links „Module Manager“ aufklappen, „meteor_demodulator“ wählen, einen Namen eintippen und mit dem Plus-Knopf hinzufügen. Im neuen Abschnitt den Haken bei „OQPSK“ setzen.
Beim Überflug
- In der Überflugliste einen als „gut“ markierten Überflug aussuchen; je höher er steigt, desto besser.
- Die Antenne ins Freie stellen, mit freier Sicht zum Himmel und weg von Hauswänden.
- In SDR++ die Frequenz 137,900 MHz einstellen.
- Sobald das Signal als breiter Buckel aus dem Rauschen steigt, im Meteor-Abschnitt auf „Record“ klicken. Die Punktwolke daneben zerfällt bei gutem Empfang in vier getrennte Häufchen.
- Wenn der Satellit untergeht, die Aufnahme beenden. Im Ordner „recordings“ von SDR++ liegt jetzt eine Datei mit der Endung „.s“, rund 9 MB je Minute.
Das Bild erzeugen
- SatDump starten und den Reiter „Offline processing“ öffnen.
- In das Suchfeld „meteor“ tippen und den Eintrag „METEOR M2-x LRPT 72k“ wählen.
- Bei „Input File“ die Datei mit der Endung „.s“ angeben, bei „Output Directory“ einen leeren Ordner.
- „Input Level“ auf „soft“ stellen und auf „Start“ klicken.
- Im Ausgabeordner entsteht der Unterordner „MSU-MR“ mit einem Bild je Kanal und den fertigen Farbbildern.
Bleibt der Ordner leer und hat die Datei mit der Endung „.cadu“ null Bytes, dann hat SatDump keine Daten gefunden. Meist ist der falsche Eintrag gewählt oder in SDR++ fehlte der Haken bei „OQPSK“.
Aus der Praxis
- Bunte und schwarze Streifen sind Lücken im Empfang. Jeder Streifen ist ein Augenblick, in dem das Signal zu schwach war oder gestört wurde.
- Starke Sender in der Nähe können den Stick übersteuern, zum Beispiel ein UKW-Rundfunksender in weniger als etwa einem Kilometer Entfernung oder Funkanlagen an Flugplätzen und Häfen. Das Bild reißt dann mitten im Überflug ab. Abhilfe schafft ein Bandfilter oder ein anderer Platz für die Antenne.
- Die Frequenz nicht nachführen. Bahnprogramme können die Frequenz während des Überflugs nachstellen. Hier stört das: Das Meteor-Modul gleicht die Verschiebung selbst aus und verliert sonst kurz den Takt.
- Zu viel Verstärkung schadet. Das Signal soll klar aus dem Rauschen ragen. Tauchen überall Geistersender auf, ist „Gain“ zu hoch.
- Schon wenige Minuten reichen für ein ansehnliches Bild. Ein Überflug muss nicht von Horizont zu Horizont gelingen.
- Ein V-Dipol genügt für den Anfang. Erst wenn die Bilder regelmäßig kommen, lohnt der Bau einer Helix-Antenne.