Photovoltaik · Fragen aus der Praxis
Ist mein Dach geeignet?
Kurz: Fast jedes Dach mit freier Fläche und ohne starke Verschattung eignet sich. Süden ist keine Pflicht: Ost-West verteilt den Strom über den Tag und passt gut zum eigenen Verbrauch.
Ausrichtung und Neigung
- Süden mit 30 bis 40 Grad bringt am meisten; zwischen 20 und 45 Grad verliert man nur wenige Prozent.
- Ost-West bringt je kWp 80 bis 85 Prozent davon, dafür Strom morgens und abends und oft mehr Module aufs Dach. Je Dachseite ein eigener MPP-Tracker.
- Norden: flach (10 bis 15 Grad) noch rund drei Viertel, bei 30 Grad knapp 60 Prozent, bei 45 Grad knapp die Hälfte.
- Flachdach: aufgeständert nach Süden oder flach in Ost-West-Richtung.
Verschattung und Optimierer
Schatten auf einem Modul kann den Strang bremsen; Bypassdioden und moderne Wechselrichter fangen das meist ab. Am meisten bringt Planung: Abstand zu Gauben, Kaminen und Antennen (schon 50 Zentimeter helfen), verschattete Ecken frei lassen, unterschiedliche Flächen auf eigene MPP-Tracker.
Optimierer halte ich meist für keine gute Idee: 50 bis 80 Euro je Modul, eigene Verluste, zusätzliche Elektronik auf dem heißen Dach. Fällt einer nach zehn Jahren aus, ersetzt die Garantie oft nur das Gerät, teils nur zum Zeitwert; Gerüst und Montage zahlt der Besitzer. Ob es dann noch passende gibt, weiß niemand. Besser eine gut geplante Anlage.
Dachzustand und Asbest
Steht in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren eine Sanierung an, vorher sanieren. Die Anlage später ab- und wieder aufzubauen ist teuer.
Asbest: Auf Asbestzementdächer (Faserzementplatten bis in die 1990er Jahre) darf keine PV-Anlage montiert werden, auch nicht privat in Eigenleistung; eine Ausnahme gibt es nicht. Die Platten müssen vorher mindestens unter der Anlage von einem Fachbetrieb entfernt werden; meist lohnt gleich das ganze Dach. Platten ohne Kennzeichnung „NT“ als asbesthaltig behandeln oder prüfen lassen.
Gewicht und Statik
- Schrägdach: Module mit Gestell wiegen 12 bis 16 kg/m², vorsichtig gerechnet 15 bis 20. Für ein intaktes Wohnhausdach meist kein Problem.
- Flachdach: Ballast gegen Wind, bei Ost-West 10 bis 20, bei Süd 20 bis 30 kg/m² zusätzlich, am Rand mehr. Zusammen meist 20 bis 40 kg/m². Bei Garagen und Anbauten vorher einen Statiker fragen.
- Eindeckung: Ziegel und Trapezblech sind einfach, Biberschwanz und Schiefer aufwendiger; Reetdächer kommen wegen des Brandschutzes kaum infrage.
Platzbedarf
Aktuelle Module leisten rund 450 bis 500 Watt auf etwa 2 m². Je kWp braucht man 5 bis 6 m² Dachfläche, bei verwinkelten Dächern mehr.
Brandwand und Denkmalschutz
Den Abstand zur Brandwand bei Reihen- und Doppelhäusern regelt das Bundesland. Seit 2022 wurde vielerorts gelockert, teils gilt gar kein Abstand mehr, sonst meist 50 Zentimeter. Auskunft gibt das Bauamt. Bei Denkmalschutz ist eine Genehmigung nötig.
Eine erste Einschätzung geben die Solarkataster vieler Länder und Städte im Internet.
👉 Wie sich das bei deiner Anlage rechnet, zeigt der Amortisationsrechner, auch für bestehende Anlagen und Erweiterungen.
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Grundlagen zur ersten Orientierung, ein kleiner Ausschnitt aus der Praxis. Keine Beratung im Einzelfall.