Astronomie
Lichtverschmutzung
Wer Sterne, die Milchstraße oder Polarlichter sehen will, braucht vor allem eines: Dunkelheit. Die Karte zeigt, wo sie zu finden ist.
Die Karte
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Karte verschieben mit Maus oder Finger, zoomen mit Mausrad, Doppelklick oder zwei Fingern. Beim Hineinzoomen erscheinen mehr Ortsnamen. Ein Klick wählt eine Stelle und zeigt ihren Wert; „Als Standort merken“ macht sie zum eigenen Standort. Diese Karte wurde aus den Daten „VIIRS Nighttime Lights“ (Jahresmittel, V2.2) der Earth Observation Group, Payne Institute for Public Policy, Colorado School of Mines, erstellt (Lizenz CC BY 4.0); Ausschnitt und Einfärbung von mir. Source: EOG, Colorado School of Mines. Grenzen, Flüsse, Seen und Autobahnen: Natural Earth. Ortsnamen: GeoNames (CC BY 4.0).
Ob sich der Weg an einen dunklen Ort heute lohnt, zeigt Himmel heute Nacht: Dunkelheit, Mond und Wolken für den Standort, der hier gesetzt ist.
Was die Karte zeigt
Die Karte zeigt das Licht, das nachts vom Boden nach oben abgestrahlt wird: Straßenlampen, Gewerbegebiete, Gewächshäuser, Flughäfen. Gemessen wird es vom Satelliten aus, mit dem Instrument VIIRS auf den US-Wettersatelliten Suomi NPP und NOAA-20. Sie überfliegen jeden Ort etwa um halb zwei in der Nacht.
Die Earth Observation Group an der Colorado School of Mines rechnet daraus für jedes Jahr einen Mittelwert aus den wolkenfreien Nächten. Feuer, Polarlicht und das Grundrauschen des Sensors werden dabei herausgefiltert. Was übrig bleibt, ist dauerhaftes künstliches Licht. Ein Bildpunkt entspricht etwa 500 Metern.
Deshalb ist die Karte für jedes Jahr fest und ändert sich nicht von Tag zu Tag. Lichtverschmutzung ändert sich langsam: mit neuen Gewerbegebieten, mit der Umrüstung auf LED, mit abgeschalteten Laternen.
Was sie nicht zeigt
- Nicht die Helligkeit des Himmels. Die Karte zeigt die Lichtquellen, nicht den aufgehellten Himmel darüber. Die Lichtglocke einer Stadt reicht viele Kilometer weit. Ein schwarzer Fleck direkt neben einer hellen Stadt ist deshalb noch kein dunkler Himmel.
- Kein blaues Licht. Der Sensor sieht kurzwelliges, blaues Licht kaum. Weiße LED-Lampen erscheinen dadurch dunkler, als sie für das Auge sind. Wird ein Ort von orangefarbenen Natriumlampen auf LED umgerüstet, kann er auf der Karte dunkler werden, obwohl der Himmel nicht dunkler geworden ist.
- Nur spät in der Nacht. Was abends leuchtet und nach Mitternacht abgeschaltet wird, fehlt.
- Schwarz heißt: unter der Messgrenze. Sehr schwaches Licht filtert die Auswertung als Rauschen heraus.
Die Jahre vergleichen
Mit den Knöpfen über der Karte lässt sich zwischen den Jahren wechseln. Kleine Unterschiede von Jahr zu Jahr bedeuten wenig: Die Zahl der wolkenfreien Nächte, Schnee und der Zustand der Atmosphäre schwanken. Aussagekräftig sind deutliche Änderungen an einer Stelle, etwa ein neues Gewerbegebiet oder ein Ort, der seine Beleuchtung umgestellt hat.
Einen dunklen Ort finden
- Abstand zu den gelben und roten Flächen halten, je mehr, desto besser.
- Auf die Richtung achten: Wer Polarlichter sucht, braucht einen dunklen Nordhorizont. Eine Stadt im Süden stört dann weniger als ein Dorf im Norden.
- Eine Anhöhe hilft gegen Dunst und Bodennebel, ein Waldrand oder eine Kuppe gegen einzelne Lampen in der Nähe.
- Den Mond beachten: Um Vollmond ist der Himmel überall hell, egal wie dunkel der Ort ist.
Quelle der Daten: VIIRS Nighttime Lights, Jahresmittel V2.2, Earth Observation Group, Payne Institute for Public Policy, Colorado School of Mines (Lizenz CC BY 4.0). Beschrieben in: C. D. Elvidge, M. Zhizhin, T. Ghosh, F.-C. Hsu, J. Taneja, „Annual time series of global VIIRS nighttime lights derived from monthly averages: 2012 to 2019“, Remote Sensing 13(5), 922 (2021).
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Grundlagen zur ersten Orientierung, ein kleiner Ausschnitt aus der Praxis. Keine Beratung im Einzelfall.