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Laufrad · Wissen

Felgen

Die Felge ist Druckring für die Speichen, Sitz für den Reifen und bei der Felgenbremse auch Bremsfläche. Von ihr hängt ab, wie viel Spannung ein Rad verträgt.

Felgen nach Reifenart

Maulweite Haken Reifenwulst Wulstsitz Hohlkammer Felgenboden Felgenflanke Felgenband Tiefbett Nippelsitz Nippel Speiche bei Felgenbremse Bremsfläche
Hakenfelge mit Hohlkammer im Schnitt durch ein Speichenloch, schematisch. Der Reifenwulst (gestrichelt) liegt auf dem Wulstsitz hinter dem Haken; das Felgenband deckt das Nippelloch im Tiefbett ab.
Drahtreifen mit Haken Wulst hinter dem Haken Drahtreifen gerade Flanken nur mäßiger Druck Schlauchreifen Klebebett ohne Flanken Reifen aufgeklebt schlauchlos Schultern am Tiefbett dichter Boden
Felgenbetten nach Reifenart, schematisch. Gelb das jeweils Unterscheidende: Haken, gerade Flanke, Klebebett und Schultern; blau Schlauch und Felgenband.

Profile

einwandig weich Hohlkammer, flach klassisch, nachgiebiger Hohlkammer, hoch steif in der Radebene Versatz asymmetrisch Speichenloch außermittig
Felgenprofile im Vergleich, schematisch: Je höher der geschlossene Kasten, desto steifer die Felge in der Radebene; beim asymmetrischen Profil sitzt das Speichenloch neben der Mitte.

Ob eine flache Felge auch spürbar komfortabler ist, ist umstritten. Die Nachgiebigkeit des Laufrads ist klein gegenüber der des Reifens.

Werkstoffe

Der Werkstoff bestimmt die Steifigkeit, das Gewicht und die Reibung an der Bremsflanke. Gewicht an der Felge zählt beim Beschleunigen doppelt, weil es nicht nur vorwärts bewegt, sondern auch in Drehung versetzt werden muss.

Der Felgenstoß

Am Stoß ist die Felge selten vollkommen rund. Eine kleine Unregelmäßigkeit dort gehört dazu und soll nicht mit ungleicher Spannung herausgezogen werden. Ein deutlicher Versatz lässt sich nicht wegzentrieren. Das Ventilloch liegt in der Regel dem Stoß gegenüber.

Oberflächen und Bremsflanken

Bremsen bei Nässe: Stahl und eloxierte Flanken bremsen nass schlecht, blankes Aluminium deutlich besser. Auf der Bremsflanke ist eine Eloxalschicht nach ein- bis zweitausend Kilometern ohnehin weggebremst.

Verschleiß: Jede Bremsung trägt etwas Aluminium ab. Leichte Felgen haben an den Flanken schon neu kaum einen Millimeter Wandstärke; zugleich drückt der Reifen die Flanken auseinander und die Bremse sie zusammen. Eine zu dünn gebremste Flanke kann unter dem Reifendruck aufreißen. Viele Felgen haben deshalb eine Verschleißanzeige: eine umlaufende Rille, die verschwindet, oder eine kleine Bohrung von innen, die sichtbar wird.

Felgen für Scheibenbremsen haben keine Bremsflanke. Sie können leichter gebaut sein und nutzen sich durch das Bremsen nicht ab.

Speichenlöcher

ohne Öse Nippel direkt im Felgenboden einfach geöst Öse verstärkt das Loch im Boden doppelt geöst Hülse verbindet Boden und Bett Felgenbett Felgenboden Öse Hülse
Speichenloch ohne Öse, einfach und doppelt geöst, schematisch. Die doppelte Öse verteilt die Speichenkraft auf beide Wände der Hohlkammer.

Ob Ösen nötig sind, wird unterschiedlich gesehen. Sie verteilen die Kraft, brauchen aber größere Bohrungen und können den Sitz des Reifens stören. Feine Risse, die von den Speichenlöchern ausgehen, zeigen eine überlastete oder ermüdete Felge an. Sie gehört ersetzt.

Felgenband

Das Felgenband deckt die Nippellöcher im Felgenbett ab, damit der Schlauch nicht hineingedrückt wird und an den Kanten platzt.

Das Band soll das Bett von Flanke zu Flanke bedecken, ohne auf den Wulstsitz zu reichen. Ein zu schmales Band lässt Lochränder frei. Ein zu breites steigt auf den Wulstsitz und hebt den Reifen stellenweise an: Er läuft dann unrund und kann im schlimmsten Fall abspringen.

Abmessungen

Maulweite Radachse ERD Wulstsitzdurchmesser Außendurchmesser Außen: rund 10 mm über dem Wulstsitz Wulstsitz: das Maß der Reifengröße, zum Beispiel 622 ERD: Durchmesser, auf dem die Speichen- enden liegen sollen
Die Durchmesser einer Felge, schematisch und nicht maßstäblich. Der Reifen richtet sich nach Wulstsitzdurchmesser und Maulweite, die Speichenlänge nach dem ERD.

Es gibt drei Arten, eine Größe anzugeben:

Zollangaben sind mehrdeutig. Unter „26 Zoll“ laufen mehrere verschiedene Felgen, und dieselbe Zollangabe kann je nach Land zu verschiedenen Durchmessern gehören. Ein Reifen passt, wenn sein Durchmesser in Millimetern mit dem der Felge übereinstimmt und seine Breite zur Maulweite passt.

DurchmesserÜbliche Bezeichnung
635 mm28 × 1 1/2, Hollandrad
630 mm27 Zoll, alte Rennräder
622 mm28 Zoll, 700C, 29 Zoll
590 mm26 × 1 3/8
584 mm27,5 Zoll, 650B, früher 26 × 1 1/2
571 mm26 Zoll schmal, 650C
559 mm26 Zoll am Mountainbike
540 mm24 × 1 3/8
507 mm24 Zoll
451 mm20 Zoll schmal
406 mm20 Zoll
355 mm18 Zoll
349 mm und 305 mm16 Zoll in zwei Ausführungen
203 mm12 Zoll

Für die Speichenlänge zählt keines dieser Maße, sondern der ERD. Wie man ihn misst, steht unter Speichen und Nippel.

Durchmesser selbst messen: Fehlt die Angabe, ein schmales Stahlmaßband in das Felgenbett auf den Wulstsitz legen, den Umfang ablesen und durch 3,1416 teilen. Der Außendurchmesser der Felge liegt je nach Höhe der Flanken rund 10 mm über dem Wulstsitzmaß.

Maulweite und Reifenbreite

Reifen und Felge müssen in der Breite zueinander passen.

Reifen zu breit wie eine Glühbirne, kippt weg passend 1,45- bis 2-fache Maulweite Reifen zu schmal steil, Felge ungeschützt
Gleiche Maulweite, drei Reifenbreiten, schematisch: zu breit, passend und zu schmal.

Die folgende Zuordnung stammt aus der älteren Norm und ist vorsichtig. Heutige Freigaben erlauben auf derselben Maulweite deutlich breitere Reifen, und moderne Felgen sind breiter geworden: Rennradfelgen haben 19 bis 25 mm, Mountainbikefelgen 25 bis 35 mm Maulweite.

MaulweiteReifenbreite nach älterer Norm
13 mm18 bis 25 mm
15 mm23 bis 32 mm
17 mm25 bis 37 mm
19 mm28 bis 44 mm
21 mm35 bis 47 mm
23 mm40 bis 50 mm
25 mm44 bis 54 mm

Als Faustregel für die Tabelle: Der Reifen soll etwa das 1,45- bis 2-Fache der Maulweite breit sein. Die Tabelle ist vorsichtig; etwas breitere Reifen gehen in der Praxis oft, mit weniger Seitenhalt bei niedrigem Druck.

Maßgeblich sind die Freigaben von Felgen- und Reifenhersteller, besonders bei schlauchlosen Reifen und Felgen ohne Haken.

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