Fahrrad · Einstellen
Lenker
Der Lenker bestimmt, wie das Mountainbike sich fährt und wie der Körper darauf sitzt. Vieles lässt sich einstellen, ohne ein neues Teil zu kaufen.
Warum der Lenker zählt
Am Lenker hängen Fahrverhalten, Fahrgefühl und ein Stück weit die Geometrie des Rads. Schmerzen in Händen, Armen, Schultern, Nacken und sogar am Gesäß haben oft hier ihre Ursache. Der Lenker ist aber nicht allein verantwortlich: Federung und Reifendruck spielen mit.
Montage: Die Anleitung des Herstellers gilt, vor allem die Anzugsmomente. Ein falsch montierter Lenker ist ein Sicherheitsrisiko.
Breite
Ein zu breiter Lenker stört in engen Passagen und belastet den Körper: Man stützt sich stärker ab, verspannt und bekommt Nackenschmerzen. Ein zu schmaler Lenker nimmt Kontrolle. Zwei Wege zur passenden Breite:
- Kraftprobe: Einen schweren Gegenstand zu sich ziehen und wieder wegdrücken. Die Hände greifen dabei von selbst so breit, wie sie die meiste Kraft haben. Diese Breite passt meist auch am Lenker.
- Richtwert: Körpergröße mal 0,4. Bei 1,80 m sind das 720 mm. Ein Startwert für alle, die noch keine Vorstellung haben.
Vorbau dazu: Schmaler Lenker, längerer Vorbau; breiter Lenker, kürzerer Vorbau.
Wer Schmerzen in der Schulter hat, etwa beim Ziehen und Bremsen, fährt oft zu breit. Probeweise die Griffe ein Stück nach innen setzen, bevor gekürzt wird.
Kröpfung nach hinten (Backsweep)
Die Lenkerenden zeigen gegenüber einem geraden Rohr etwas nach hinten, üblich sind etwa acht Grad. Das bringt die Handgelenke in eine natürliche Haltung. Je breiter der Lenker, desto mehr Kröpfung ist sinnvoll.
- Zu wenig: Druck auf die Nervenbahnen im Handgelenk, Schmerzen oder Taubheit an Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
- Zu viel: Die Griffe kommen näher zum Körper, die Sitzlänge wird kürzer.
Eingestellt wird durch leichtes Drehen des Lenkers im Vorbau, nie durch Biegen. Schon wenige Grad verändern die Haltung spürbar.
Kröpfung nach oben (Upsweep)
Die Lenkerenden steigen leicht an. Auch das entlastet die Handgelenke, und die Ellbogen gehen beim Fahren von selbst nach außen, wie es die Fahrtechnik verlangt.
Höhe (Rise) und Distanzringe
Der Rise sagt, wie weit der Lenker von der Klemmung aus ansteigt. Er entscheidet, ob man tiefer und gestreckter oder höher und aufrechter sitzt. Für die Griffhöhe gibt es zwei Stellschrauben mit verschiedener Wirkung:
| Maßnahme | Wirkung |
|---|---|
| Distanzringe unter dem Vorbau | Die Griffe kommen höher und zugleich näher zum Fahrer, weil das Steuerrohr schräg steht. Der Abstand nach vorn (Reach) wird kürzer. |
| Lenker mit mehr Rise | Die Griffe kommen höher, der Abstand nach vorn bleibt gleich. |
Wer nur höher greifen will, nimmt also mehr Rise. Wer den Abstand bewusst ändern will, arbeitet mit den Ringen.
Griffhöhe und Druck am Vorderrad
Zu hohe Griffe nehmen Last vom Vorderrad. Es verliert Halt, vor allem bergauf. Bei Rädern mit 29 Zoll nimmt man deshalb meist weniger Rise.
Kurz gefasst
- Erst einstellen, dann kaufen: Drehen im Vorbau und das Versetzen der Griffe lösen viele Probleme.
- Breite nach Kraftprobe oder Körpergröße mal 0,4.
- Taube Finger: mehr Kröpfung nach hinten. Schulterschmerzen: schmaler greifen.
- Höher ohne kürzer: mehr Rise statt Distanzringe.